10 Jahre Soziale Stadtentwicklung und Gemeinwesenarbeit in Thüringen

10 Jahre Soziale Stadtentwicklung und Gemeinwesenarbeit in Thüringen

Gera/Jena. Am 22. September 2003 war die Geburtsstunde der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Soziale Stadtentwicklung und Gemeinwesenarbeit Thüringen. Auf diesen Namen einigten sich damals die Vertreter der Stadtteilbüros aus Gera, Erfurt, Suhl, Sondershausen und Weimar. Als Gast wurde Jan Zychlinski eingeladen, Mitbegründer der LAG Quartiermanagement Sachsen und Quartiermanager in Leipzig Grünau, der über Erfahrungen der LAG Sachsen berichtete. Dass es überhaupt zu diesem Treffen in Gera Lusan kam, haben wir Margitt Böhme, Stadtteilmanagerin in Gera Lusan, zu verdanken. Sie regte die Zusammenkunft an, die ihre Folgen hatte.

Dank an Margitt Böhme, die die Gründung als LAG initiierte.

Dank an Margitt Böhme, die die Gründung als LAG initiierte.

Für die nächsten sieben Jahre trafen wir uns dann regelmäßig, circa 4 Mal im Jahr zum Erfahrungsaustausch und um die einzelnen Quartiere, die größtenteils Soziale-Stadt-Gebiete sind, kennen zu lernen. Auch haben wir in diesem Zeitraum mehrere Fachtagungen ausgerichtet. Rückblickend seien hier Thomas Engemann, der damals bei der PARITÄT Thüringen arbeitete sowie Mario Rund, der sich um die Website kümmerte, genannt und danken ihnen für ihr langjähriges Engagement für die LAG. Der Dank gilt auch der Fachhochschule Erfurt, insbesondere Ronald Lutz. Die FH konnten wir öfters für unsere Treffen und Tagungen nutzen. Auch waren wir immer bemüht eine sogenannte Kontaktstelle einzurichten, eine Art Koordinierungsstelle für die Außenvertretung. Hier führten wir viele Gespräche auf ministerieller Ebene mit dem Referat Städtebauförderung, insbesondere mit Mario Lerch, der unser Vorhaben unterstützte.
Als LAG sind wir auch überregional aktiv und 2008 Mitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Soziale Stadtentwicklung und Gemeinwesearbeit e.V. geworden. Seitdem sind wir im erweiterten Vorstand der BAG aktiv vertreten.
In den folgenden Jahren wurde immer wieder über eine Vereinsgründung nachgedacht. Hintergrund war die Rechtsform, die der LAG als Initiative fehlte. Schließlich gründeten wir am 4. August 2010 in Jena Lobeda die Thüringer Arbeitsgemeinschaft Soziale Stadtentwicklung und Gemeinwesenarbeit (ThASG) e.V.

Vereinsgründung als ThASG e.V. am 04.08.10

Vereinsgründung als ThASG e.V. am 04.08.10

Als Verein hat man dadurch die Möglichkeit, sich auf öffentliche Fördermittel bzw. überhaupt auf Programme und bei Stiftungen zu bewerben. Dass die Vereinsgründung wichtig war, zeigte uns die Bewerbung auf eine Ausschreibung der Gesellschaft für Arbeits- und Wirtschaftsförderung (GFAW) des Freistaates Thüringen im Jahr 2012, in der es um die Koordinierung sozialraumbezogener Projekte zur sozialen und beruflichen Integration in Thüringen ging, heute ThINKA. Ohne Rechtsform wäre dies überhaupt nicht möglich gewesen, zumal wir zu diesem Zeitpunkt unsere Gemeinnützigkeit bestätigt bekamen. Schließlich hat man sich für uns als ThASG e.V. entschieden. Mittlerweile fungieren wir als Arbeitgeber und beschäftigen die beiden Koordinatoren, Jacqueline Lange und Martin Langbein, deren Aufgabe es ist, die 11 Stützpunkte in ihrer Arbeit zu begleiten. Mit dieser neuen Herausforderung für uns als ThASG sind intensive Gespräche mit dem Sozial- und Wirtschaftsministerium verbunden. Somit hat der Begriff Quartier- bzw. Stadtteilmanagement, der vorwiegend mit der Sozialen Stadt in Verbindung gebracht wird, mehr an Bedeutung gewonnen. Zumal wir an die Stadtentwicklung bzw. Stadtplanung angegliedert sind, weil die Soziale Stadt ein Städtebauförderprogramm ist. Demzufolge gibt es seit Anbeginn Schwierigkeiten in der Ressortzuordnung, da wir vorwiegend im sozialen statt planerischen Bereich aktiv sind.
Neben der Koordinierung des Programms ThINKA treffen wir uns nach wie vor in regelmäßigen Abständen in den einzelnen Quartieren, immer verbunden mit einem Stadtteilrundgang. Auf unserer Website finden Sie alle wichtigen Informationen über uns und natürlich ist die Tür stets für Neue, in der Gemeinwesenarbeit tätige Akteure und Initiativen geöffnet. Melden Sie sich einfach!

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