CARDEA – Thüringer Modellprojekt zur Förderung von Gesundheit und Beschäftigungsfähigkeit – stellt sich vor

CARDEA – Thüringer Modellprojekt zur Förderung von Gesundheit und Beschäftigungsfähigkeit – stellt sich vor

Neudietendorf. Arbeitslosigkeit führt zu gesundheitlichen Belastungen und diese wiederum verringern die Chancen wieder (dauerhaft) in Beschäftigung zu kommen. Die übergeordnete Zielstellung des Projektes CARDEA ist es daher, die Gesundheitsförderung von (langzeit)arbeitslosen Frauen und Männern in Thüringen weiter zu entwickeln und zu verbessern sowie gleichzeitig auch ein Augenmerk auf die Personen (und ihre Gesundheit) zu haben, die mit dieser Zielgruppe arbeiten. Zu diesem Zweck sollen folgende drei Teilziele erreicht werden:

1. Entwicklung und Erprobung von Gesundheitsmodulen und deren Zusammenfassung in einer Toolbox

Zusammen mit der AGETHUR – Landesvereinigung für Gesundheitsförderung Thüringen e. V. und einer Krankenkasse sollen mindestens drei verschiedene Gesundheitsmodule und die dazugehörigen Materialien konzipiert und erprobt werden. Die Erprobung erfolgt durch Träger von LAP- und/oder TIZIAN-Projekten sowie dem Projekt CORA. (LAP=Landesarbeitsmarktprogramm; TIZIAN=Thüringer Initiative zur Integration und Armutsbekämpfung – Nachhaltigkeit; CORA=Netzwerk Thüringer Frauenzentren zur Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf).
Das Ergebnis ist eine Toolbox, die von allen Trägern in Thüringen in der Arbeit mit (Langzeit)Arbeitslosen eingesetzt werden kann. Dabei haben folgende Inhalte Priorität: Zum Beispiel ein Konzept für Gesundheitstage für langzeitarbeitslose Menschen oder ein Projekt zur gesunden Ernährung für langzeitarbeitslose Alleinerziehende.

2. Erarbeitung eines belastbaren Instrumentes zur Erhebung des psychischen Allgemeinzustandes (langzeit)arbeitsloser Frauen und Männer

Ein stark negativer psychischer Allgemeinzustand oder sogar eine psychische Krankheit machen eine sofortige Vermittlung auf den ersten Arbeitsmarkt unmöglich. Darum bedarf es zuerst anderer Interventionen, um den Zustand zu stabilisieren, bevor der Weg in eine Beschäftigung beschrittenen werden kann. Dazu soll der im Projekt Gesunde Kooperation entwickelte standardisierte Fragebogen zum Gesundheitsverhalten zu einem Gesprächsleitfaden weiterentwickelt, getestet und angewandt werden.

3. Der gesunde Berater

BeraterInnen wie die des LAP und TIZIAN können sich erfahrungsgemäß nur dann für die Gesundheit ihrer TeilnehmerInnen stark machen, wenn sie selbst gesund sind. Durch den hochgradig psychisch belastenden Arbeitsalltag und die Probleme der TeilnehmerInnen, die oft „nach Feierabend mit nach Hause genommen werden“, stehen viele BeraterInnen stark und vor allem dauerhaft unter Stress. In persönlichen Gesprächen wird von Angst vor Burn out gesprochen oder von Gedanken, den Job aufzugeben. Darum richtet das Projekt CARDEA ein besonderes Augenmerk darauf, die psychische und physische Gesundheit der BeraterInnen zu stärken, um deren eigene Beschäftigungsfähigkeit zu erhalten. Dazu gehört, die BeraterInnen sowohl in ihrer Fachlichkeit zu unterstützen als auch ihnen Wege einer verbesserten Stressbewältigung und optimaler Regeneration aufzuzeigen. Dazu dienen Fortbildungen sowie die Möglichkeit für moderierte Austausche.

Das Projekt CARDEA hat eine Laufzeit von 01/2013 bis 06/2014 und wird aus Mitteln des ESF finanziert. Es richtet sich an die IntegrationsbegleiterInnen des Landesarbeitsmarktprogrammes, an die Coachs der TIZIAN-Projekte sowie an die NetzwerkpartnerInnen des CORA-Projektes

Wie alles begann…

Projekt „Gesunde Kooperation – Bedarfsorientierte Gesundheitsförderung von Langzeitarbeitslosen“

In Thüringen wurde das Thema erstmals mit dem Projekt „Gesunde Kooperation“ (Laufzeit 11/2010 – 10/2012) in die Öffentlichkeit gebracht. Das Thema „Arbeitslosigkeit und Gesundheit“ gewann durch das Projekt in Thüringen Aufmerksamkeit. Es entstand ein Leitfaden mit Handlungsempfehlungen für die gesundheitliche Unterstützung Langzeitarbeitsloser sowie Ansätzen zur Erarbeitung eines Messkonzeptes für Beschäftigungsfähigkeit. Der Leitfaden beleuchtet einzelne Aspekte des großen Sachgebietes von Gesundheitsförderung als Teil der Beschäftigungsförderung. Ebenso finden sich ausgewählte Gute-Praxis-Beispiele und verschiedene Maßnahmen zur Gesundheitsförderung in der Publikation. Darüber hinaus geht der Leitfaden des Projektes „Gesunde Kooperation“ auf die Frage ein, wie der Erfolg solcher Maßnahmen messbar gemacht werden kann.

Das aktuelle Projekt CARDEA versteht sich als Weiterentwicklung des Projektes Gesunde Kooperation und baut auf deren Erkenntnisse und Erfahrungen auf.

Weitere Informationen auch unter www.paritaet-th.de oder direkt bei dem Projektteam:

Renate Rupp (im Bild rechts)
Referentin für Gesundheit, Selbsthilfe, Suchthilfe und Psychiatrie
Projektleiterin CARDEA

Der PARITÄTISCHE Thüringen
OT Neudietendorf
Bergstraße 11
99192 Nesse-Apfelstädt
Deutschland

Tel.: +49(0)36202/26-223
Fax: +49(0)36202/26-234
E-Mail: rrupp@paritaet-th.de

Nicole Eger (im Bild links)
Referentin im Projekt CARDEA

Der PARITÄTISCHE Thüringen
OT Neudietendorf
Bergstraße 11
99192 Nesse-Apfelstädt
Deutschland

Telefon: 036202 – 26 204
Fax: 036202 – 26 234

E-Mail: nicole.eger@paritaet-th.de

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