Landesvereinigung für Gesundheitsförderung Thüringen e.V. stellt sich vor

Landesvereinigung für Gesundheitsförderung Thüringen e.V. stellt sich vor

Jena/Weimar.Die Landesvereinigung ist die thüringenweite Fach- und Servicestelle für den Bereich der Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention, sowie für den Bereich der HIV und AIDS-Prävention.

Gesundheit ist eine zentrale Voraussetzung für Wohlbefinden und Lebensqualität sowohl des einzelnen als auch der ganzen Gesellschaft. Als Landesvereinigung verfolgen wir den Anspruch Gesundheitsförderung ressort- und politikübergreifend als Wert in der Gesellschaft zu etablieren, wobei wir uns an dem Verständnis von Gesundheitsförderung als einen ganzheitlichen, systemischen, ressourcenorientierenden Ansatz orientieren.

Warum ist Gesundheitsförderung im Stadtteil so wichtig?

Das Quartier bzw. der Stadtteil ist ein wichtiges Setting (Handlungsraum) für die Gesundheitsförderung, denn hier befinden wir uns unmittelbar in der alltäglichen Lebenswelt von Menschen. Gesundheitsförderung im Quartier hat den Anspruch entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen, die ein gesundes Leben ermöglichen und erleichtern. Ziele sind daher die Lebensbedingungen der Bewohner/innen zu verbessern, soziale Strukturen und Netzwerke zu stärken, Akteure zu vernetzen sowie die gesamte Stadtteilentwicklung im Sinne eines gesundheitsförderlichen Lebensumfeldes zu beeinflussen (1). Entsprechende gesundheitsförderliche Rahmenbedingungen tragen dazu bei, die Lebenskompetenzen der Bewohner/innen zu stärken und gesundheitsriskante Einstellungen und Verhalten zu reduzieren (z.B. Verminderung des Alkoholkonsums, Förderung von Bewegung). Ansatzpunkt hierfür bietet zum Beispiel der Thüringer Integrationspakt „Kinder-Schule-Sportverein“ – ein gemeinsames Projekt des Landessportbundes Thüringen in Kooperation mit dem DOSB sowie dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Hier besteht für zehn Sportvereine in den Regionen der INKA Stützpunktstellen dieses Jahr zusätzlich die Möglichkeit gruppenspezifische Sport- und Bewegungsangebote für Kinder und Jugendliche zu schaffen, die bisher nicht erreicht werden konnten. Interessierte Stadtteilakteure, Schulen und Eltern können sich diesbezüglich gerne mit dem Landessportbund in Verbindung setzen.

Eine stärkere Verknüpfung von Gesundheitsförderung und Statteilentwicklung ist von besonderer Bedeutung, da nicht überall Gesundheit drauf steht wo sich auch Gesundheit dahinter verbirgt. So liegen wichtige Faktoren die den Gesundheitszustand der Wohnbevölkerung beeinflussen nicht im Bereich des Gesundheitssektors (1) und gehen weit über die Begrifflichkeiten der „gesunden Ernährung“ und „mehr Bewegung“ hinaus. Eine Sensibilisierung für das Thema ist wichtig, damit Gesundheit auch in anderen Bereichen wie zum Beispiel der Verkehrs- und Umweltpolitik oder der Kinder- und Jugendhilfepolitik „mitgedacht“ werden kann. Dementsprechend sollte Gesundheitsförderung bei der Erarbeitung von Entwicklungskonzepten einen besondere Stellenwert bekommen und explizite Beachtung finden.

Die besondere Chance des Stadtteils

Der Kiez bzw. das Quartier ist die Ebene der Multiplikatoren und der Vor-Ort Akteure, die den direkten Zugang zu den Bewohnern bzw. einer bestimmten Zielgruppe  haben. Das Verständnis für Gesundheit und Gesundheitsförderung der Stadtteilakteure ist besonders wichtig, um zum einen kommunale Strategien mittragen zu können und zum anderen durch die direkte Interaktion mit der Zielgruppe, deren Erreichbarkeit und Rückmeldung für  Maßnahmen und Projekte unerlässlich für deren Wirksamkeit und Effizienz sind. Gleichzeitig kann auf dieser Ebene gut entschieden werden, was benötigt wird und wie es umgesetzt werden kann. Dies kann wegweisend für die kommunale Ebene sein um Strategien entsprechend den Bedingungen vor Ort anzupassen.

Besondere Herausforderungen

Der Stadtteil ist im Vergleich zu anderen Settings wie Kita oder Schule keine Organisationseinheit, sondern eine räumliche Einheit von ganz unterschiedlicher Größe bei der Strukturen und Verantwortlichkeiten nicht immer klar definiert sind. Eine besondere Herausforderung besteht darin das komplexe Akteursspektrum zu erfassen und Kooperationsstrukturen  so aufzubauen, dass einzelne Teilsettings und dessen Akteure integraler Bestandteil sind und nicht zueinander in Konkurrenz stehen.

Was wir bieten

Im Rahmen unserer Arbeit qualifizieren wir Stadtteilakteure zu Themen der Gesundheitsförderung, organisieren wir konkrete Angebote nach Bedarf und vermitteln Kooperationspartner aus allen Bereichen der Gesundheit. Im Mittelpunkt stehen dabei Qualitätskriterien und Arbeitshilfen für die Planung, Durchführung und Reflexion bzw. Evaluation der eigenen Arbeit im Quartier. Gleichzeitig möchten wir Austauschmöglichkeiten und Vernetzungsprozesse von Akteuren untereinander anregen und fördern.

Um unsere Angebote den Bedarfen auf Stadteilebene stetig anzupassen sind wir für ihre Anregungen bezüglich wo und wie sie unsere Unterstützung benötigen sehr dankbar und freuen uns auf ihre Rückmeldungen.

Kontakt:

Kerstin Marx (rechts im Bild, mit Anette Skujin vom Landessportbund)

Landesvereinigung für Gesundheitsförderung Thüringen e.V.

– AGETHUR –

Carl-August-Allee 9

99423 Weimar

Tel.: 0 36 43 / 49 898-19
Fax.: 0 36 43 / 49 898-16

E-Mail: marx@agethur.de

Internet: http://www.agethur.de/

1. Fact Sheet Gesundheitsförderung im Stadtteil (PDF) erhältlich http://www.gesundheitliche-chancengleichheit.de/gesundheitsfoerderung-im-quartier/hintergruende-daten-materialien/gesundheitsfoerderung-und-soziale-stadtentwicklung/

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